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Herzlich willkommen zum Newsletter im Juli 2006!
Österreich hat mit ORF Sport Plus seit 1. Mai
2006 einen neuen öffentlich-rechtlichen Sender,
bisher sendete man (quasi als Privatsender) im
Rahmen von TW1, dessen Programmplatz in
Timesharing man jedoch weiterhin belegt, somit
sind die Parameter dieselben. Als optische
Trennung gibt es ein neues Logo (ORF*), und auch
der Teletext ist nun getrennt, die
Programmvorschau beinhaltet aber auch den
jeweiligen anderen Sender. [1]
ATV+ strich in seinen Namen das Plus.
Ursprünglich wollte man damit betonen, dass aus
dem anfänglichen Kabelsender eine fast
österreichweit empfangbare Station geworden ist.
Auch das Logo wurde leicht verändert. Beim
Musiksender GoTV ergab sich eine technische
Änderung, man sendet nun wieder mit der Auflösung
544x576.
Auch Slowenien hat ein neues TV Programm, nämlich
Carli TV (sprich Charly Teve). Man sendet auf 39
Grad Ost, das ist der Hellassat im STN-Paket, wie
auch der Schwestersender Teve Pika. Zum
Sendestart wurde auch in einer Hinweisschleife
auf Hotbird (Antena Hungaria Paket) darauf
hingewiesen. [1]
Die Lokalprogramme von ORF2 änderten die
Auflösung von 480 auf 544x576, aufgrund der
geringen Bitrate und einer nicht optimalen
Zuführung ist das Signal trotzdem noch nicht
zufriedenstellend. Zeitgleich schaltete die ORS,
die den Zuschlag für die technische Abwicklung
der deutschen Fußball-Bundesliga erhielt, zwei
Kanäle auf 12.692 GHz Horizontal auf, da ja in
der BL-heute-freien Zeit noch genügend
Kapazitäten vorhanden sind. [1]
Ab 26. Oktober 2006, dem österreichischen
Nationalfeiertag, wird in den Landeshauptstädten
offiziell DVB-T eingeführt. Die Vergabe erfolgte
mittels Bescheid an den einzigen Interessenten,
der ORF-Tochter ORS. Ursprünglich war es für Ende
September geplant, jedoch entschied man sich
aufgrund der vorgezogenen Nationalratswahlen den
Termin wieder auf den Oktobertermin zu legen, um
die Bevölkerung im Wahlkampf nicht auch noch mit
der neuen Technik DVB-T überzustrapazieren. [2]
Bereits seit 2004 sind ja die Grazer Zuschauer
digital versorgt, diese Parameter haben sich
allerdings aber geändert (es kam auch ORF2B
dazu), denn per Vorgabe muss österreichweit für
die erste Bedeckung das höchste Guardintervall
(um großflächige und ökonomische
Singlefrequenznetze sicherzustellen) eingesetzt
werden, das sind für drei TV-Programme und
mhp-Anwendungen zusammen 14,93 MBit, also
ungefähr vergleichbar mit dem ZDF-Bouquet in
Deutschland. Derzeit wird auch in Wien bereits
testweise DVB-T gesendet, zusätzlich wird NÖ
heute ausgestrahlt. [1]
Eine sinnvolle Lösung hat man für die
bundeslandweiten Auseinanderschaltungen gefunden:
Es wird in jedem Mux auch eine weitere
ORF2-Version gesendet (in dieser Zeit werden die
Dolby Digital Ströme der beiden ORF-Programme
nicht übertragen, um Platz zu sparen). [3]
Andere TV-Sender haben im ersten Mux keinen
Platz, sie kommen in den zweiten Mux, der aber
vorraussichtlich nur in den Ballungsräumen (und
da evtl. auch nicht in jedem) eingerichtet werden
wird. Mögliche Kandidaten sind GoTV, ORF Sport
Plus oder Hitradio Ö3 und Ö1 DD (allerdings nur
reine Spekulation). Auch an mobile DVB-H
Anwendungen (TV, Radio, Daten) wird gedacht,
daher stehen die Parameter für die zweite
Bedeckung, die nach dem analogen Abschalten der
Großsender in Betrieb genommen wird, noch nicht
fest. [3]
Der Dobratsch (Villacher Alpe) wurde wegen
Wartungsarbeiten an der Stromversorgung Anfang
Mai nachts gänzlich abgeschaltet. Leider habe ich
diese Information einen Tag zu spät erfahren, so
dass hier kein Bericht darüber erfolgen kann :(
Lt. Internetseite von Radio Kärnten waren in
unserem Bundesland alle vom Dobratsch gespeisten
Anlagen (also praktisch in ganz Kärnten) außer
Betrieb, ich vermute auch die Antenne Kärnten und
Radio Agora/Radio Dva und ATV+. [4]
Kärnten hatte zwischen bis 31. März auf 106,2 MHz
im Raum Klagenfurt ein Eventprogramm anlässslich
der Veranstaltung "Freie Radios in Europa", das
mit der Bezeichnung Apollo FM auf Sendung war.
Das Programm wurde in Mono ohne RDS im Westen der
Landeshauptstadt ausgestrahlt. Obwohl man von
zwei starken Frequenzen umgeben war (106,0
Program Ars und 106,4 Radio 24), konnte man das
Signal zwischen Grafenstein und der
Autobahnraststätte Wörthersee bei Techelsberg
empfangen. Näheres auf http://www.apollofm.org/
und
http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Rundfunk_Regulierung_Entscheidungen_Entscheidungen_KOA1101-06-03-EventKlagenfurt?OpenDocument.
Ursprünglich war ein längerer Zeitraum geplant,
der jedoch aus verständlichen Gründen abgewiesen
wurde. [5]
Kronehit nahm in Spittal/Drau die 99,3 MHz in
Betrieb. Da sich die Interferenzen mit Radio
Maria Südtirol (99,2) enorm auswirkten, wechselte
das Kirchenprogramm von 99,2 auf 99,1 MHz.
Jedenfalls kann man die 99,3 MHz sogar im Gail-
und Rosental stellenweise fast lupenrein
empfangen. Weitere Frequenzen für Kronehit sind
die 107,6 für St. Veit/Glan, 103,7 am
Pyramidenkogel/Wörthersee sowie 98,4 für Hermagor
und das Nassfeld geplant. Die genauen technischen
Daten sind auf der RTR-Seite ersichtlich. [5]
Auf 100,4 MHz wurde an der Sendeanlage Blejska
Dobrava (Nähe Bled) Radio Slovenija International
aufgeschaltet. Das Signal, das übrigens anfangs
gar kein RDS hatte, wird jedoch
unverständlicherweise via SAT herbeigeholt, da es
gegenüber der 100,8 MHz aus Laibach erheblich
zeitverzögert ist, obwohl man es locker über
Ballempfang zuführen könnte. Obendrein hat das
RDS auf der 100,4 MHz kein TP, jedoch aber einen
Radiotext ...
Zwar schon seit Mitte April on-air, aber mir erst
jetzt aufgefallen ist die 93,8 Radio Gorenc vom
Standort Golnik 1, die auch eine erhebliche
Reichweitensteigerung mit sich brachte, da die
kleine Radiostation vorher nur zwischen
Loibltunnel und dem Autobahnende bei Podtabor
empfangbar war. Nun kann man sie auch in der
Hauptstadt hören.
Radio Hit aus Domzale wird neben dem Sender in
Dobeno (nördlich von Laibach) und Vrhnika lt.
Planung auch zwei weitere Standorte nahe
Ajdovscina und Koper in Betrieb nehmen und damit
das dritte Privatradio mit größerere
UKW-Versorgung sein. [6]
In Laibach startete ein neues Privatradio, Radio
Ljubljana. Da die Stadt leider 9 Buchstaben hat,
im RDS aber nur 8 Zeichen Platz haben, entschied
man sich für LUBLJANA. Der PI-Code lautet 9459,
im Radiotext werden Adresse und Telefonnummer
ausgegeben: RADIO LJUBLJANA, TIVOLSKA 50
LJUBLJANA, TELEFON 041 734667. Man sendet aber
weder AF noch TP.
Auf http://www.apek.si/registri.cp2?id=4 kann man
sich - ähnlich wie für die rtr für Österreich
alle lizensierten Radio und TV-Sendeanlagen (auch
Mittelwelle) in Slowenien aufrufen, auch mit
einer ungefähren Reichweitenkarte (die jedoch oft
viel zu pessimistisch ist). [6]
Im gesamten Kärntner Äther gibt es nur wenige
Stationen, die zusätzlich zum PI-Code noch einen
ECC-Code (Extended country codes) mitsenden. Mit
diesem ist eine eindeutige Länderzuordnung
möglich, da zB das A in der ersten Stelle auch
Gibraltar, Island, Libanon, Ascension Island,
Guinea-Bissau, die Insel Mauritius, Südafrika,
Armenien, Argentinien, die Karibikinseln Dominica
oder Saint Kitts, Afghanistan, Singapur, die
Solomoneninseln oder sogar die USA bedeuten
könnte. Erst ein E0 im ECC-Code würde Österreich
eindeutig identifizieren, mir ist aber bisher nur
bei RAI Radio Due, Play Radio, Radio 24, Radio
Capital und Radio Narodni aufgefallen. Radio Pula
und Radio Rijeka (allerdings nur die 104,7) haben
auch diese Kennung, aber sie passt eigentlich zu
Finnland bzw. Belgien ...
RTL102,5 ist wieder mit einem RDS-Signal auf
allen drei Kanaltaler Frequenzen zu hören,
erstmals wurde im Radiotext auch der
Coderstandort erwähnt. Die 101,1 MHz wurde
anscheinend vom Dreiländereck auf den Monte
Lussari/Luschari verlegt. Ein Kanal ist aber auf
allen drei Frequenzen invers, d.h. wenn das
Signal in Stereo empfangen wird, hört man alles,
auch den Sprecher (Center). Sobald man auf mono
schaltet oder der Empfang schlechter ist, löschen
sich im Extremfall die beiden Kanäle gegenseitig
aus. Wie das in mono klingt, hört man unter
http://members.nusurf.at/andimik/temp/rtl1025_mono.mp3
In der ersten Hälfte des Ausschnitts wurde der
rechte Kanal wieder zurückinvertiert, in der
zweiten ist er wie original über UKW zu hören.
Zum Vergleich das gleiche in Stereo unter
http://members.nusurf.at/andimik/temp/rtl1025_stereo.mp3.
Zum Schluss noch einige Meldungen in Kurzform:
In Unterkärnten gab es einen Frequenzenwechsel
für Kronehit, das nun auf 94,0 in Wolfsberg und
103,4 in Bleiburg zu hören ist. Siehe auch
http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Rundfunk_Regulierung_Ausschreibungen_Ausschreibungen_bisherigeAusschreibungen_Bleiburg-A1011-05-119?OpenDocument
und
http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Rundfunk_Regulierung_Ausschreibungen_Ausschreibungen_bisherigeAusschreibungen_Wolfsberg-A1011-05-98?OpenDocument
[5]
Wie aus dem Forum von ukwtv.de zu entnehmen ist,
strahlt Truckradio nun nicht mehr aus der Stadt
Spittal/Drau selbst, sondern nutzt die gleiche
Sendeanlage wie Radio Harmonie. [4]
Radio Slovenija 1 war vom Sender
Pec/Dreiländereck einige Tage nur in Mono zu
empfangen, vom gleichen Standort hat VAL202 seit
der PI-Umstellung ein neues RDS, erkennbar am
Radiotext, der nun ODDADJNIK PEC 104.0 MHz
lautet.
Der PS-Code von Radio Belvi Kranj lautet nun
BELVI_KR, der Radiotext lautet interessanterweise
auch 8x hintereinander so.
Auch Isoradio auf der 103,3 MHz ist nun wieder
bis Villach zu hören. Der kroatische Privatsender
Narodni Radio strahlt auf 106,1 immer ein
TA-Signal aus (wie auch von Play Radio bekannt).
Radio Ekspres löste in Laibach Radio Gama MM ab,
der PI-Code blieb gleich, die Kennung lautet
EKSPRES_ .
Statt Radio Montecarlo empfängt man auf 91,4 MHz
das erste Programm dieser Station, also _RMC_1__,
der PI-Code lautet wie bisher 5213. Radio Company
hat auf der 100,5 ein Regionalprogramm, der
PI-Code wechselt in dieser Zeit von 5350 auf
5550, der Radiotext von RADIO COMPANY auf COMPANY
RETE 2 100.500. Während dieser Lokalsendung
beinhaltet AF nur diese 100,5 MHz.
In Slowenien haben einige Sender plötzlich das
TP-Signal eingeführt, sollten sie trotzdem keinen
Verkehrsfunk (inkl. TA) senden, wäre das lt.
slowenischem Recht nicht erlaubt. Es betrifft
Slov. Poslovni Kanal, RadioDur, Radio Belvi
Gorenjska und Radio Gorenc. Der PI-Code von Radio
Student lautet fälschlicherweise noch immer 90A5.
Ö3 strahlt im Karawankentunnel noch immer ein
falsches RDS (ohne TA, Radiotext und PI-Code
8081) aus. Eine Anfrage bei der ORS ist gerade in
der Bearbeitung. [7]
Ö1, das erste Programm des Österreichischen
Rundfunks strahlt - eigentlich nur für Insider
bekannt - seit 1997 ein Korrektursystem für das
Navigationssystem GPS aus, das DARC genannt wird.
Damit wird eine Positionsbestimmung mit Hilfe
geeigneter Empfänger noch exakter. [7]
Obwohl Radio Rijeka nicht so viele Frequenzen
hat, besitzt man (wie ich herausgefunden habe)
trotzdem zwei unterschiedliche Coder für die
102,7 und 104,7 MHz. Die RDS-Coder von RAI Radio
1 bis 3 wurden im Kanaltal wieder umgestellt, man
merkt es am Radiotext, der nun wieder auf das
nicht vorhandene EON verweist ... Der Text von
Radio Due und Tre ist im Gegensatz zu Radio Uno
nur in Großbuchstaben.
Radio Kärnten leistete sich neue Jingles und ein
frischeres On-Air-Design. Ebenfalls neu sind die
VF-Schilder für Radio Kärnten am Straßenrand,
denn bisher waren nur Ö3, Antenne Kärnten und
Kronehit mit solchen Verkehrszeichen vertreten.
Der kroatische Lokalsender TV Sljeme (das ist der
Hausberg nördlich von Zagreb) ist nun auch über
Satellit zu empfangen. Man sendet mit einer
Bitrate von ca. 1,6 bis 2,2 (544x576) im Paket
von TV Slovenija. (12303 MHz V, 27500, 3/4) [1]
Kronehit ist auf der 107,1 MHz im Aichfeld
(Steiermark) lt. Berichten dortiger Radiohörer
extrem schlecht zu empfangen. Auch das RDS ist
nicht mehr vorhanden. Gesendet wird allerding von
einem ungünstigen Standort, in dessen Umkreis von
wenigen Kilometern nur einwandfreier Empfang
gewährleistet ist. [9]
Auf der Homepage von RTL102,5 kann man nun auch
endlich die Frequenz für eine Gemeinde abfragen,
so sendet man auch in Tolmezzo auf 107,5 MHz. [9]
Radio Glas Hrvatske kann nun nicht mehr über das
digitale DRM in Kärnten empfangen werden. Grund
waren Proteste von Hörern des Hessischen
Rundfunks auf gleicher Mittelwellenfrequenz,
sodass nur mehr tagsüber gesendet werden darf.
[8]
Auf 693 kHz ist nun auch ein Testprogramm der RAI
in DRM zu empfangen, die Kennung lautet RAI WAY
DRM TEST, man sendet mit P-Stereo in AAC+ mit
64QAM im Modus A bei der für MW typischen
Bandbreite von 9 kHz, die Bitrate beträgt gute
19,68 kbps, PTY ist VARIED, PI ist 123456.
Besten Gruß aus Kärnten
Andreas Mikula
http://www.mikula.at1.at/
Quellen:
[1] forum.digitalfernsehen.de, ergänzt durch
eigene Beobachtungen
[2] dvb-t.at
[3] Bescheid zur Vergabe des DVB-T 1. Mux
[4] ukwtv.de
[5] rtr.at, ergänzt durch eigene Beobachtungen
[6] slow. Radiobehörde (APEK)
[7] kundendienst.orf.at
[8] drm-dx.de
[9] P. Petzner
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