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Herzlich willkommen zum Newsletter im Juli 2003!
Heute konnte ich zum ersten Mal in diesem Jahr
wieder Sporadic-E-Sender aus Spanien hören,
nachdem ich seit einigen Wochen regelmäßíg auf
VHF-I-Kanal 2 und 4 portugiesisches und
spanisches TV empfangen habe. Leider war die
Feldstärke der drei Radiosender heute nicht so
groß, als dass es zur RDS-Dekodierung kam.
Nun zu den Meldungen der letzten Wochen:
RTL102,5 hat mich persönlich mit einer
Wieder-Inbetriebnahme zweier fast schon
vergessenen Frequenzen überrascht, denn seit
Oktober 2001 waren 99,2 und 101,1 (Dreiländereck)
abgeschalten, die 99,2 soll überhaupt verkauft
worden sein.
Allerdings, im Vergleich zur
Post-Radio-Uno-Ausstrahlung ist das Signal in
Stereo mit dem gleichen RDS wie auf 104,5 (und
102,5). Jedoch - anstatt mit voller Power zu
senden - begnügt man sich anscheinend mit einer
kleinen Sendeleistung. Es kann nämlich passieren,
dass sogar schon in Villach beim Suchlauf die
101,1 übersprungen wird.
So ist zB in der Steiermark (Aichfeld) lt. Peter
Petzner das Signal nur zu erahnen. Vielleicht, um
die ausgeschriebene 101,1 in Friesach nicht zu
gefährden ...
Erst letzte Woche ist mir eigentlich klar
geworden, woher eigentlich diese
ex-Uno-Frequenzen stammen. 99,2; 101,1 und 104,5
sind allesamt 100 kHz neben dem Lienzer
Rauchkofel (Ö3, FM4 und Antenne Tirol). Die 105,5
war immer schon für den Dobratsch koordiniert,
die 101,6 für Villach/Finkenstein. Sehr
gefinkelt! Daher ließe das eine fast problemlose
Versorgung Kärntens zu.
Das bedeutet aber, dass man Osttirol nur auf den
freien Frequenzen (99,2 und 101,1 waren ja damals
belegt, die Antenne Tirol sendete noch nicht)
versorgen konnte. Und dass man es konnte,
beweist, dass man RTL102,5 auf der Mutterfrequenz
in weiten Teilen Osttirols (bzw. des Iseltales)
störungsfrei sogar bis nach Matrei hören kann, in
Lienz trotz der Lienzer Dolomiten sogar mit
lupenreinem Stereo (mit RDS natürlich).
Trotzdem ist das typisch Italien: Nach
österreichischem Privatradiogesetz wäre eine
dreifache Abstrahlung desselben Programmes vom
gleichen Standort, wie es RTL102,5 vom
Dreiländereck aus macht, nicht möglich ("Doppel-
oder Mehrfachversorgungen sind nach Möglichkeit
zu vermeiden". Auch für internationale
Verhältnisse dürfte es rekordverdächtig sein.
Auch Kronehit hat den schon lange geplanten
Standort Villach5-Oswaldiberg in Betrieb
genommen. Gesendet wird auf 107,6 mit 50 W vom 35
Meter hohen, 6-segmentigen Sender (der schaut aus
wie eine überdimensionale grüne Teleskopantenne)
Richtung Süden. Der genaue Standort ist 13E51
10/46N38 52. Die Auffahrt zum Oswaldiberg
befindet sich beim Gasthaus Josef am Vassacher
See nördlich der Draustadt.
Bereits am ersten Tag der Inbetriebnahme an 17.
Juni setzte ein Blitzschlag den Sender außer
Gefecht. Die Stromversorgung konnte gleich wieder
hergestellt werden, jedoch war die Zuführung
weiterhin gestört. Als ob ich es geahnt hatte,
bin ich aus reiner Neugierde nächsten Tag bei der
Sendeanlage dem Techniker begegnet, als er
Mithilfe seines Kollegens die 2MBit-Leitung
überprüfte und instandsetzte.
**Wie** das Studio Villach dann alles
durchcheckte, hat mir fasziniert. Der Moderator
ging anscheinend kurz nach draußen, schaute aufs
Thermometer, setzte sich vor das Mikrofon und gab
einen lokalen Temperaturbericht für Villach
durch. So etwas nenne ich Professionalität.
Lt. radioWOCHE.de hat sich bei den bisher
ausgeschriebenen Lizenzen in Salzburg, der
Steiermark und Kärnten überall Radio Starlet (bis
jetzt ja terrestrisch nur in Spittal/Drau)
beworben, auch Kronehit möchte bei einigen
Vergaben mitmischen. Für Kärnten haben sich für
Friesach und Brückl neben Starlet nur die Antenne
Kärnten beworben, für Steuerberg zusätzlich auch
noch Kronehit. Auf Anfrage bei der rtr wurde mir
mitgeteilt, dass in der Regel solche
Informationen nicht für die Allgemeinheit
bestimmt seien, es sei denn, der Antragsteller
hat nichts dagegen oder es ist von vorne herein
klar.
Wie ich aus der Neuen Kärntner Tageszeitung vom
Sonntag entnehmen konnte, wird der ORF eine
Kooperation mit dem Privatsender Radio Dva
eingehen und täglich acht Stunden Programm
liefern. Bereits heute hört man die Sprecher der
Slowenischen Abteilung auch auf RAI Trst A und
auch in Radio Slovenija, beide sind jedoch
öffentlich-rechtlich.
Eine Hiobsbotschaft ist die Verringerung der
Slowenischen Sendung auf Radio Kärnten. Ich
selbst bin eigentlich zweigeteilter Meinung. Auf
der einen Seite verliert ein Großteil Kärntens
und auch Osttirol die volkstümliche Musik
(Oberkrainer), sodass aus dem Klagenfurter
Funkhaus nur mehr Schlager, Oldies, Pop, Kärntner
Lieder und echte Volksmusik kommt.
Auf der anderen Seite verstehe ich bis heute
nicht, warum das slowenische Programm nie einer
Umstrukturierung zum Opfer fiel. Im restlichen
Programm sind - wie fast überall - Sendeleisten
zu 2-3 Stunden installiert worden, währenddessen
hat sich meiner Meinung nach seit den 60er Jahren
das Programm in der zweiten Landessprache nicht
verändert.
Klar, dass die Hörer abwandern. Wunschkonzerte
für Omis ab 80, wenn eine Stunde später die Kids
ihr Eishockeymagazin mit Musik von Metallica, Bon
Jovi & Co. hören ... Die wöchentliche Sendung
Weitere Informationen auf
http://volksgruppen.orf.at/kaernten/de/aktuell/archiv/2003/200306.htm
(23. Juni 2003)
Die rtr hat die 98,4 Hermagor-Kreuth
ausgeschrieben. Standort soll der ORF-Sender
nördlich von Rattendorf sein. Mit 200 W wird eine
Versorgung des unteren Gailtales bis Nötsch
möglich. Östlich davon könnte es zu Problemen mit
Hitradio Ö3 (Sender Feldkirchen) kommen, der dank
Reflexionen fast bis Hermagor, auf jedem Fall bis
Nötsch, reicht. Es wird aber auch erstmals eine
störungsfreie UKW-Versorgung des Nassfeldes mit
sich bringen. Man könnte so - quasi als
Nebeneffekt - hunderte Urlauber hoch oben am
Nassfeldpass/Passo Pramollo erreichen. Weitere
Informationen findet man auf http://www.rtr.at/ .
Die Bandscans von FM World haben einen neuen
Server gefunden. Daher ist zB der Tarviser
Bandscan nun auf
http://space.virgilio.it/frequenzeradio@virgilio.it/ud-tarvisio.htm
. Interessant, dass das @-Zeichen in einer URL
erlaubt ist ...
Maastricht ist sicher jedem EU-Bürger ein Begriff
(aber auch sicher den beiden Nicht-EU-Abonnenten
meines Newsletters ... ;-) ), es könnte in
Zukunft auch für uns Radiohörer von Bedeutung
sein. Im Vorjahr wurde nämlich eine DAB-Planung
durchgeführt, die nun auch für Österreich
abgesegnet wurde.
Die Paket entsprechen fast alle den derzeit
eingesetzten Sendegebiete mit ein paar Ausnahmen:
Es gibt nun auch ein Lungau-Paket (die
UKW-Ausschreibung war erst vor kurzem im Gange);
die Stadt Radenthein geht leer aus und müsste vom
Spittaler Paket mitversorgt werden.
Auf der - vielen schon bekannten - Seite "DAB
Ensembles Worldwide" ist auf
http://www.wohnort.demon.co.uk/DAB/autlband.html
der L-Band-Plan für unsere Alpenrepublik
veröffentlicht worden. Für Südösterreich wurden
folgende Blöcke reserviert:
Kärnten gesamt LB, Klagenfurt LO, Murboden LC,
Osttirol LA, Spittal/Drau LK, Unterkärnten LP,
Villach LH. Steiermark gesamt LI. Das könnte -
wie das Beispiel Frankfurt/Main heute schon zeigt
- Probleme mit dem Overspill geben, den es in
Zukunft nicht mehr geben könnte, solle DAB
eingeführt werden, wenn Sender auf benachbarten
Paketen senden.
Es ist anzunehmen, dass mit Osttirol auch die
derzeitigen Sender Kötschach, Winklern und die
geplanten Greifenburg, Heiligenblut und
Stall/Mölltal gemeint sind. Diese werden auf LA
ausstrahlen, während Kärnten ja LB nutzt. In
Oberkärnten könnte das echte Probleme
verursachen, es sei denn beide Pakete werden
parallel ausgestrahlt.
Das Klagenfurter Ensemble könnte mit dem
Unterkärntner (Wolfsberg) kollidieren (LO bzw.
LP), und das Lungauer Paket (LD, St. Michael) mit
dem Murbodner (LC, Judenburg), ebenso das
Weststeirische (Köflach, LA) mit dem Kärntner.
Die große Frage wird aber sein: Was will man dort
ausstrahlen? Für ein L-Band-Programm pro Paket
(auch wenn es 256 kBit oder mehr sein sollten)
erscheint mir DAB zu unnütz und teuer, auch wenn
im landesweiten VHF-Band-Ensemble fünf Programme
zu erwarten sind.
Wie Stefano Padoin auf
http://guide.supereva.it/radio/interventi/2003/06/138488.shtml
mitteilt, ist auf der Pordenone-Frequenz 107,6
nun nicht mehr Radio Invidia, das auf 103,8
wechselte, sondern Radio Company zu hören. Die
alte 101,55 von Company geht an Radio Romantica.
Geht aber seit Kronehit eh nicht mehr rein ...
Erstaunt hat mich, dass man an einigen Stellen in
Villach auf 99,5 (ansonsten Hitradio Ö3) Radio
Glas Ljubljana (RGL) recht gut hören kann,
allerdings nur, wenn man aufgrund der Topografie
die Koralm ausblenden kann. Dann hat man auch
Chancen statt Radio Dva das italienische Radio 24
zu hören.
Erstmals kann auch ein Privatsender aus Slowenien
via Satellit empfangen werden. Teve Pika (auf
deutsch "Punkt"), ein lokaler Laibacher Anbieter,
wird jedoch über einen sehr mageren Feed
zugeführt, sodass die Bildqualität hier nicht
weiter erwähnt wird ...
Positiver Nebeneffekt, auch POP TV, das
beliebteste TV-Programm in Slowenien (im Jahr
2001 mit 941000 Seher noch vor dem
öffentlich-rechtlichen TV Slovenija, die nur
587000 hatten, Quelle: Bericht „5 Jahre
Privatradio in Österreich“ der RTR, Kapitel 5,
Verfasser Ing. Thomas Klock,
http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Portfolio_Veroeffentlichungen_Berichte_Berichte_SchriftenreiheNr012003
), ist auch mit seinen Nachrichten via Teve Pika
zu sehen. Diese werden von "24 ur - novice" (also
"24 Stunden - Neuigkeiten") beigesteuert, die
eine Reihe von Privatradios beliefert.
Wie der Bericht aufdeckt, kann mangels Frequenzen
mit keinem weiteren landesweiten Radio gerechnet
werden. Neben den drei RTVSLO-Sendern gibt es ja
noch teilweise Radio Slovenija International
(Radio SI) und das der katholischen Kirche
nahestehende Radio Ognjisce, das etwa 90% des
Landes abdeckt. Auch DAB (das zu diesen
schlechten Frequenz-Bedingungen in unserem
südlichen Nachbarland definitiv NICHT eingeführt
wird) wird also nichts daran ändern, dass
wenigstens beim Radio der öffentlich-rechtliche
Rundfunk Sloweniens die Nase vorn hat.
Im Frequenzbuch der rtr wird der Sender
Spittal/Drau-Koschatstraße mit nur 25 Watt
angegeben. Wie schon öfters erwähnt, ist die
Reichweite durch RTL102,5 erheblich
eingeschränkt.
Das war wieder ein - hoffentlich interessanter -
Newsletter. Viel Spaß noch beim Radiohören
wünscht
Andreas Mikula
http://www.mikula.at1.at/
P.S. Ein Hinweis in eigener Sache: Auf meiner
Homepage sind die ASP-Skripts (zB im Bandscan zu
finden) nicht immer verfügbar. Ich muss mal
wieder den Provider wechseln ...
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